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Rundgang in 21 Stationen

Der Kulturweg führt auf einer knapp sechs Kilometer langen Rundwanderung um den Schaaner Ortskern an 21 beschilderte Orte von besonderer geschichtlicher und kultureller Bedeutung.

1 sLandweibels-Huus

Als Kernbau enthält die architektonisch einmalige Gebäudegruppe einen kleinen, über vier Geschosse reichenden Wohnturm, der 1562 wohl für den damaligen Landammann Hans Schierscher erstellt wurde. 1614 entstand südseits eine Erweiterung um ein zweites Wohnhaus. Eine nordseitige Erweiterung um die dritte Wohneinheit erfolgte im 17. / 18. Jahrhundert. Der Strasse abgewandt standen drei Stallscheunen des 18. / 19. Jahrhunderts. Sie ersetzten wohl kleinere Vorgängerbauten und bildeten zusammen mit weiteren Kleinbauten einen halbgeschlossenen Hof. Der Dorfbrand von 1860 im Loch traf auch s Landweibels-Huus.

Die danach erfolgten Erneuerungen prägen heute die innere und äussere Erscheinung der Bauten. Seit der Erbauung des Turmes ist das Niveau der Strasse durch das Ausebnen von Schuttmassen der Quaderrüfe um etwa 90 Zentimeter angewachsen. Die drei historischen Hofstätten bilden ein geschlossenes Ensemble von besonderer architektonischer, wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Bedeutung. Sie geben uns Einblick in die Wohn- und Lebenssituation unserer Vorfahren. Die Gebäude verkörpern durch ihre Anordnung, die Bauweise und die Innenausstattung ein Stück Siedlungs- und Kulturgeschichte. Sie stehen seit 1988 unter Denkmalschutz. Im Zuge der Restaurierung wurden 2006 die Aussenfassaden saniert und neue Fenster eingebaut. Im Innern beschränkte sich die zurückhaltende Sanierung auf die Begehbarkeit der Räume und die Erhaltung der Bausubstanz. Seit September 2010 wird das Gebäude in den Sommermonaten für Ausstellungen des « domus » genutzt.

2 Römisches Kastell - Romanischer Siedlungskern Obergass

Die günstige Lage an der alten römischen Heer- und Handelsstrasse von Mailand über die Bündner Pässe nach Augsburg führte dazu, dass im 4. Jahrhundert an diesem von Rätoromanen besiedelten Ort ein Kastell zur Grenzsicherung des römischen Reiches errichtet wurde. Es diente zum Schutz gegen die von Norden vordringenden Alemannen. Das römische Kastell hatte einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 60 Metern, vier Ecktürmen, einem Mittelturm an der Südseite und einem doppelt verriegelbaren Torturm im Norden. Das Gebiet um das ehemalige Kastell und die später hier errichtete Kirche bilden den ältesten Siedlungskern des Dorfes.

Mit der Einwanderung der Alemannen im späten 6. und im 7. Jahrhundert entwickelte sich nördlich dieses romanischen Zentrums ein zweiter Dorfkern. Schaan besteht somit seit dem Frühmittelalter aus zwei Siedlungskernen, nämlich der Obergass mit der Kirche St. Peter und der Specki mit der Kirche St. Laurentius. Aus dem südlichen, ursprünglich romanischen Dorfteil St. Peter ist im Mittelalter die Genossenschaft Guschg, aus dem nördlichen, alemannischen Dorfteil St. Laurentius die Genossenschaft Gritsch entstanden. Diese genossenschaftliche Teilung der Gemeinde hat sich bis heute erhalten und kommt in den gleichnamigen Genossenschaftsalpen zum Ausdruck.

3 Kirche St. Peter

Schaan, erstmals 842 / 843 im Rätischen Reichgutsurbar schriftlich genannt, zählt zu den ältesten Pfarreien der Region. Die auf den Mauern des ehemaligen Kastells aus dem 4. Jahrhundert erbaute Kirche St. Peter ist das früheste Zeugnis der Christianisierung. Das christliche Gedankengut dürften römische Legionäre in die Region gebracht haben. Im Zusammenhang mit der in der Nordostecke des Kastells errichteten Taufkirche ( Baptisterium ) aus dem 5. Jahrhundert, dem ältesten Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Peter, steht ein ausgedehntes Gräberfeld der christianisierten rätoromanischen Bevölkerung. Es zeugt vom Überleben kleiner christlicher Gemeinden im germanischen Rätien. Da sich das Gotteshaus im römischen Reichsgut befand, fiel es später an das karolingische Reich. Mit der Bildung der Grafschaft Vaduz erhielten die Landesherren auf Burg Vaduz das Patronat über St. Peter. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts kam es unter den regierenden Herren von Brandis zu einem vollständigen Neubau. Die heute noch erkennbaren Freskenreste im Innern der Kirche wurden Ende des 15. Jahrhunderts angebracht. Bei einem Brand, der die ganze Umgebung der Kirche heimsuchte, entstanden 1849 schwere Schäden an der Kirche, die 1823 durch eine Schenkung von Fürst Johann I. an die Gemeinde Schaan übergegangen war. Sie wurde 1958 baulich verändert und 1995 renoviert. Die Kirche steht seit 1951 unter Denkmalschutz.

4 Schaaner Weinbau

In Schaan dürfte seit der Römerzeit Wein angebaut worden sein. Die Weinberge reichten früher bis ins Gebiet St. Peter hinunter, wie wir Überlieferungen und alten Karten entnehmen können. Mit der Ausdehnung des Wohngebiets und durch den seit Ende des 19. Jahrhunderts mit der Bahn ins Land gebrachten Importwein wurden die Rebflächen immer weiter zurückgedrängt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichten sie noch bis zur Strasse Im Rossfeld oberhalb der Pfarrkirche. Bis in die Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts stand in Schaan ein Trubahirt zum Schutz der Trauben im Einsatz. Als zu dieser Zeit neue Quartiere erschlossen wurden, schrumpfte das Weinbaugebiet weiter zusammen. Als Ersatz wurden in den oberen Hanglagen im Südosten der Gemeinde neue Rebflächen geschaffen. Einzelne Kleinparzellen blieben auch in tieferen Lagen erhalten. In jüngerer Zeit entstand zudem unterhalb des Klosters St. Elisabeth ( Station Nr. 10 ) ein neuer Wingert. Heute beträgt die Rebfläche in der Gemeinde Schaan etwa 2,6 Hektaren, was landesweit dem drittgrössten Weinbauareal entspricht. 1808 betrug die Fläche noch rund 6,5 Hektaren, 1890 sogar 8,3 Hektaren. Zur Blütezeit des Weinbaus gab es in Schaan fünf Torkel. Nur einer davon, derjenige des Trubawörts, ist erhalten geblieben. Nachdem die Schaaner Winzer über Jahrhunderte hinweg hier ihren Wein gekeltert hatten, wurde der Torkelbetrieb in den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts eingestellt. Heute dient das Torkelgebäude, in dem mit Ausnahme des Torkelbaums noch die ganze Einrichtung vorhanden ist, als Lagerraum.

5 Dorfentwicklung und Villenviertel

Die Kolleffelkarte, benannt nach dem österreichischen Militärkartografen Johann Lambert Kolleffel ( 1706 – 1763 ), zeigt das Dorf um 1756. Die Siedlungsstrukturen und Bewirtschaftungsformen in Schaan haben sich seither stark verändert. Ihre Anordnung erfüllte ursprünglich die Erfordernisse der klassischen Dreifelderwirtschaft. Quer zur Landstrasse befanden sich die beiden Dorfkerne Obergass und Specki. Von 1849 bis 1908 brannten bei vier Grossbränden 140 Häuser und Stallscheunen ab. Ein grosser Teil der nicht abgebrannten Gebäude fiel Strassenverbreiterungen zum Opfer. Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Laurentius zwischen der Obergass und der Specki um 1890 und der Anlage einer neuen Strassenachse entstand ein neues bürgerliches Zentrum. In den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts schuf der in Schaan tätige Architekt Erwin Hinderer einen Überbauungsplan, um die Bauentwicklung in strukturierte Bahnen zu lenken. Am Sonnenhang östlich des Dorfkerns gestaltete er ein Wohnquartier, wo die Gemeinde für neue Steuerzahler günstiges Bauland an schönster Aussichtslage anbot. Zum ersten Mal wurden bis anhin landwirtschaftlich genutzte Flächen in eine Bauzone umgewandelt. Hinderer setzte bei der Erschliessung der damaligen Allmeind als Villenviertel und als Planer markanter Gebäude noch heute sichtbare architektonische Akzente.

6a Villa Ruscheweyh - Seminarzentrum Stein Egerta

1942 erwarb Rudolf Ruscheweyh ( 1905 – 1954 ) das 13’520 Quadratmeter grosse Grundstück auf Steinegerta von der Gemeinde Schaan. Der deutsche Kaufmann war Wehrmachts- und Verkaufsagent für die damalige Waffenfabrik Oerlikon AG der Industriellenfamilie Bührle, die 1941 in Eschen die Press- und Stanzwerk AG gründete. Ruscheweyh liess auf Steinegerta nach den Plänen der renommierten Architekten Carl Lippert und Arnold von Waldkirch aus Zürich in den Jahren 1942 bis 1944 einen Landsitz erbauen. Die Villa Ruscheweyh weist Elemente der konservativen deutschen Architektur wie der französischen herrschaftlichen Bauten des 18. und 19. Jahrhunderts auf. Die Verkleidung der Fassade mit hellem Kalkstein und der barocke Innenausbau in Eiche lassen den Bezug zu Frankreich erkennen, wo sich Ruscheweyh längere Zeit aufgehalten hatte. Die Anlage der Liegenschaft ist in Liechtenstein einmalig. Sie besteht aus einem Vorhof, der von einem Bedienstetengebäude sowie einem Garagen- und Stallgebäude flankiert wird. Daran schliesst sich eine Vorfahrt an mit einem zentralen Brunnen vor dem dazu quergestellten Hauptgebäude. Südlich vorgelagert befindet sich ein grosser Garten im Stil eines englischen Parks. Im ehemaligen Parkbad entstand 2005 eine kulturelle Sommerbühne. Das 1981 ins Eigentum der Gemeinde gelangte Anwesen wird seit 1982 von der Erwachsenenbildung Stein-Egerta als Bildungshaus und Begegnungsstätte geführt.

6b Skulpturenpark in der Stein Egerta

Der Skulpturengarten der Stein Egerta ist eng mit der Geschichte der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung und dem Kunstmuseum Liechtenstein verknüpft. Die an verschiedenen Stellen im Land aufgestellten Skulpturen waren bis zur Eröffnung des Kunstmuseums im Jahr 2000 ein sehr wirksames Mittel, Kunstwerke permanent der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1995 richtete Georg Malin, damaliger Konservator der Staatlichen Kunstsammlung, im Garten des Bildungshauses Stein Egerta diesen Skulpturengarten aus den Beständen der staatlichen Sammlung ein. Aus diesem Anlass wurde auch der Bildhauer Claus Bury beauftragt, eine ortsspezifische Skulptur zu schaffen. Diese befindet sich auf dem Abhang gegenüber der grossen Freitreppe im Park des Bildungshauses und trägt den Namen « Stufenschichtung ». Die Skulptur Burys bildet heute mit fünf weiteren Kunstwerken den « Skulpturengarten Stein Egerta ». Dazu zählen « Pliage C 57 », das der damals bereits über 80-jährige Zürcher Künstler Gottfried Honegger 1999 geschaffen hat, und ein Werk « ohne Titel » des Deutschen Erwin Heerich mit der für ihn typischen geometrischen Formgebung. « Aquarius » der in Vaduz geborenen Hanna Roeckle ist die freie Interpretation eines Tetraeders, überzogen mit einem irisierenden Lack. « Phantheatron » des Schweizers Kurt Sigrist ist ein mächtiger Kubus aus Stahl, dessen eine Hälfte vertikal und die andere horizontal geöffnet ist. « Usagi Kannon » der japanisch-schweizerischen Malerin, Graphikerin und Bildhauerin Leiko Ikemura ist eine Figur der Stille, in der sich Kultur und Natur nach japanischer Sitte verbinden. Der Skulpturengarten ist frei zugänglich und kann im Rahmen des Schaaner Kulturwegs besichtigt werden.

7 Pestkappile

Das Pestkappile geht auf das Jahr 1740 zurück, als im Rheintal wieder einmal die Pest wütete. Im Liechtensteiner Oberland gab es zu jener Zeit nur die drei Pfarreien Balzers, Triesen und Schaan. Zum Kirchspiel Schaan gehörten auch Vaduz sowie seit der Einwanderung der Walser Planken und die Triesenberger Weiler Rotaboda, Fromahus und Prufatscheng. Weil die Bewohner des nördlichen Teils von Triesenberg aus Furcht vor der Seuche sonntags der Kirche fernblieben, gelobten sie, im Mühleholz ein Pestkappile zu errichten. Dieses Kappile enthält ein Bild der Heiligen Martin, Antonius, Sebastian und der Muttergottes – mit dem Blick von Prufatscheng ins Rheintal. Das im Jahre 1845 vom Bludenzer Maler Mathias Jehly gemalte Bild befindet sich heute als Leihgabe im Depot des Liechtensteinischen Landesmuseums. Kunstmaler Friedrich Kaufmann schuf anfangs der Fünfzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts im Zuge der letzten Renovation der kleinen Kapelle das heutige Bild nach dem Original von Mathias Jehly. Die erste umfassende Renovation erfolgte auf Drängen des damaligen Landesverwesers In der Maur bereits 1887. Im Jahr 1971 wurde das Pestkappile wegen der Strassenkorrektion von seinem markanten Standort im Mühleholz an den heutigen Standort am Fürstenweg im Duxwald versetzt.

8 Schaaner Wald

Ehemals tropische Wälder mit Magnolien, Palmen und Zimt- bäumen mussten den Eiszeiten schon vor etwa einer Million Jahren weichen. Vor einigen zehntausend Jahren lastete auf unserem Rheintal eine gewaltige Eisschicht. Erst vor etwa 16’000 Jahren bildeten sich die Gletscher der letzten Eiszeit zurück. Gebirgspflanzen und nordische Pflanzen konnten sich als erste wieder ausbreiten. Im Talraum entstand eine tundraähnliche Vegetation. An trockenen Orten siedelten sich Steppenpflanzen, später Sträucher und Bäume an. Die Waldvegetation entwickelte sich von lichter Föhrenwaldsteppe und Haselgebüsch zum Eichenmischwald und zum Buchenwald, der als natürliche Urform unseres Waldes bis auf ca. 1’200 Meter Höhe, gemischt mit Ahorn, Linde, Esche, Eiche und Ulme, in dieser Zusammensetzung Fuss fasste. In sein natürliches Gepräge griff der Mensch zunächst nur vereinzelt und dann immer stärker ein, bis er ab dem 14. Jahrhundert Zustand und Zusammensetzung des Waldes weitgehend bestimmte. Zum Schutz des Waldes wurden 1530, 1658 und 1842 Waldordnungen erlassen, auf die 1866 das erste Waldgesetz und 1892 der erste Bewirtschaftungsplan nach heutigem Verständnis folgten. 1797 wurden die Wälder zwischen Schaan und Vaduz geteilt. Heute umfasst der Schaaner Wald 542 Hektaren, dazu kommen die Waldgebiete der Alpgenossenschaften Guschg mit 322 und Gritsch mit 179 Hektaren. Das am Fussabhang der Dreischwestern-Kette liegende Schaan ist infolge seiner topografischen Lage besonders exponiert für Rüfen. Neben den vier im Rüfekataster eingetragenen Rüfen, der Krüppelrüfe, der Quaderrüfe, der Forstrüfe und der Gamanderrüfe, berühren auch noch andere Rüfen teilweise das Schaaner Gemeindegebiet. Die damit verbundenen Gefahren konnten durch Verbauungen verringert werden.

9 Duxkapelle - Römische Legionärshelme

Die Kapelle Maria zum Trost mit ihren drei Altären entstand 1716 dort, wo sich schon früher ein Kappile, « die uhralte Capell Maria zue Trost auf Dux in der Pfarrey Schan », befand. Das Gnadenbild auf dem Hauptaltar aus der Zeit um 1740 ist von einem dreifachen Wolkenkranz umgeben. Der Altar auf der Evangelienseite stellt Maria Magdalena als Büsserin dar, oben Johannes den Evangelisten. Der Altar auf der Epistelseite zeigt den Hl. Georg mit dem Drachen, oben St. Agatha. Auf die Brüstung der Empore malte Joseph Walser aus Feldkirch 1746 sieben Szenen aus dem Leben Marias. Der Turm der Kapelle entstand 1789, die Vorhalle 1829. Ihre Gewölbemalereien mit fünf Ereignissen aus dem Marienleben hat Mathias Jehly aus Bludenz 1843 geschaffen. Die Kapelle steht seit 1951 unter Denkmalschutz. Renovationen fanden 1909, 1943, 1974 und 1996 statt. 1940 stellte Fürst Franz Josef II. auf Dux Volk und Land unter Marias Schutz. 1978 wiederholte er die Weihe, die von Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch 1985 erneuert wurde. Die Fürstliche Gruft neben der Kapelle war letzte Ruhestätte von Prinzessin Maria Elisabeth von Liechtenstein, Fürstin Elsa und Graf Andrassy, die später nach Vaduz überführt wurden.

1887 wurden bei Grabarbeiten oberhalb von Dux zwei römische Legionärshelme aus dem 1. Jahrhundert n. Christus gefunden, die sich heute in den Museen von Bregenz und Zürich befinden. Die Helme wurden als Weihegaben der zwei römischen Legionäre Publius Cavidius Felix und Numerius Pomponius, deren Namen auf den Helmen eingeritzt sind, hier vergraben.

10 Kloster St. Elisabeth

1934 /1935 entstanden auf Dux die Gebäude des Klosters und des Instituts St. Elisabeth als Gründung der katholischen Schwesternkongregation « Anbeterinnen des Blutes Christi ». Von 1942 bis 1946 führte das Schaaner Schwesternkloster ein Mädchengymnasium, danach 1946 bis 1976 eine Höhere Töchterschule und ab 1976 eine Realschule. Die Schaaner Klosterschwestern haben den ganzen Zweiten Weltkrieg hindurch jeden Abend eine öffentliche Anbetungsstunde für den Frieden gehalten. 1957 wurden die neuen Schulgebäude nördlich des Haupttrakts errichtet. Seit ihrer Niederlassung in Schaan bis 1987 führten die Schwestern auch eine Haushaltungsschule. Ab 1948 wirkten Lehrschwestern aus dem Kloster an der Volksschule. Von 1949 bis 1967 betreuten sie die Frauenabteilung im Laurentiusbad und hatten seit 1957 die Leitung des Gesamtbetriebs inne. 1989 erfolgte durch die Kongregation der Beschluss, die Leitung der Realschule abzugeben, um sich auf die Evangelisation zu konzentrieren. 1993 entschied die Regierung, die bisherige Mädchenschule in eine vom Staat geführte Realschule für Buben und Mädchen umzuwandeln. Im « St. Elisabeth » befinden sich auch die Schulräume für das Freiwillige 10. Schuljahr und seit ihrer Gründung im Jahr 2004 die Sportschule Liechtenstein.

11 Meierhof Gamander

Kaiser Karl VI. erhob 1719 die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg zum Reichsfürstentum Liechtenstein. Das Fürstliche Haus Liechtenstein stellt seither die Regierenden Fürsten des Landes. Der fürstliche Gutshof im Gamander oberhalb von Schaan war das erste grössere Bauvorhaben der neuen Landesherren. Von dem um 1720 errichteten Gamanderhof aus erfolgte die Bewirtschaftung der herrschaftlichen Güter. Das erwies sich aber als nicht rentabel, weshalb der Hof 1735 verpachtet und 1780 an die Gemeinde Schaan verkauft wurde. Zwischen 1787 und 2001 befand sich der Gamanderhof in Privatbesitz. Aus der Erbauungszeit datieren das Wohngebäude und Teile der Wirtschaftsgebäude. Die erhalten gebliebene östliche Hälfte der Stallscheune erhielt 1910 das heutige Dach und wurde 1919 nordwärts erweitert. Das Wohngebäude selbst wurde 1943 renoviert und innen neu ausgebaut. Seine Raumstruktur entspricht der einfachen mittelalterlichen Ordnung, wie sie im Alpenraum bis ins 19. Jahrhundert Anwendung fand. 2001 kaufte das Land Liechtenstein den Gamanderhof. Bei den 2005 durchgeführten Sanierungsarbeiten kam an der Westseite des Wohngebäudes der Originalputz von 1721 zum Vorschein. Die Malerei am Gebäude und die Fensterlaibungen wurden aufgrund überlieferter Formen bei den Sanierungen 1943 und 2005 / 2006 erneuert. Das Gebäude steht seit 1951 unter Denkmalschutz.

12 Bürgerheim

Der Bau des ehemaligen Wohnheims Resch geht auf das Jahr 1869 zurück. Damals hatte der Gemeinderat beschlossen, ein Armenhaus für ca. 20 Personen zu bauen. Sein Standort war lange umstritten, bis der Landesfürst der Gemeinde eine in der Resch gelegene Magerheuwiese aus dem fürstlichen Grundbesitz unentgeltlich zur Verfügung stellte. 1872 war das Bauwerk, im Volksmund Armenhaus oder Armenanstalt genannt, vollendet. Arme, kranke, mittellose und hilfsbedürftige Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde fanden hier Hilfe und Pflege. Die Leitung und Aufsicht hatten der Armenpfleger und zwei barmherzige Schwestern aus Zams in Tirol, deren Mutterhaus auf Grund einer Vereinbarung mit der Gemeinde auch zwei Lehrschwestern für den Schulunterricht nach Schaan entsandte. Das Gebäude wurde mehrmals renoviert und erweitert. Der bedeutendste Umbau und die Modernisierung des Gebäudes erfolgten 1955. Mit der Entwicklung des Armenhauses zu einem Altersheim wurde es in Bürgerheim umbenannt und der Landwirtschaftsbetrieb 1972 aufgelöst. Ein Jahr später erhielt das Bürgerheim nach einem langen und segensreichen Wirken der Zamser Schwestern eine weltliche Leitung. Der letzte grosse Ausbau brachte 1979 die Umgestaltung zum Wohnheim Resch, das seinen betagten Bewohnerinnen und Bewohnern bis zur Eröffnung des Hauses St. Laurentius im Jahr 2005 ein gemütliches Zuhause bot. Seit August 2010 befindet sich hier eine Tagesstätte für Kindergarten- und Schulkinder.

13 Bildgasskappile

Das Bildgasskappile liegt am alten Prozessionsweg, der am Turm der alten Pfarrkirche St. Laurentius vorbei aufwärts zur Weggabelung der Bild- und Duxgass führt. Die Wegkapelle, der die Bildgass ihren Namen verdankt, ist schon von weitem erkennbar. Der Ziegelbau auf dem Tuffsteinsockel mit einer Biberschwanzeindeckung datiert aus der Zeit um 1895. Er erfuhr 1972 eine umfassende Renovation. Das Terrain der Kapelle wurde im Zuge des Strassenausbaus um 1970 angehoben und der Bereich um den Steinsockel zum grossen Teil mit Erde aufgefüllt. Der kubische Bau zeigt seitlich stark hervorstehende Doppeleckpilaster und an der Westseite im vorderen Giebelfeld als Verzierung vier als Kreuz sowie als Andeutung eines Architravs ( = Horizontalbalken ) über Eck versetzte Ziegel. Westlich angeordnet befindet sich die Öffnung mit geschmiedeter Gittertüre, an der Nord- und Südwand je eine neugotische Fensteröffnung. Das chorartige Joch der im Innern verputzten Kapelle erhielt ein relativ flaches Kreuzgratgewölbe mit aufgemaltem hellblauem Himmel und gelben Sternen. Die Wegkapelle aus dem Ende des 19. Jahrhunderts mit der für die Neugotik typischen Imitation aufgemalter Ziegel und weisser Fugen samt Ausstattung verdient Beachtung, gilt sie doch als einzigartiges Beispiel auf liechtensteinischem Gebiet. Bei der Renovation 2002 / 2003 wurde der Originalzustand des Kappiles und seiner Umgebung wieder hergestellt und die Figurengruppe der Heiligen Familie in die Kulturhistorische Sammlung übernommen. Heute befindet sich eine Wurzelschnitzerei des Balzner Künstlers Anton Gstöhl mit dem gleichen Motiv im Kappile.

14 Duxgass 11

Die historische Doppelhofstätte Duxgass 11 mit den alten Hausnummern 2 und 3 liegt an der zur Duxkapelle hochführenden Strasse, unmittelbar ostseits an den Friedhof angrenzend, in der Nachbarschaft zur alten, im Jahr 1900 abgebrochenen Pfarrkirche St. Laurentius. Das bereits ab 1581 nachweisbare Wohnhaus bestand im 19. Jahrhundert als Doppelhaus für zwei Familien. Beim Umbau des bis dahin vertikal in zwei Haushälften geteilten Hauses entstand im Jahr 1912 je eine Wohnung im Obergeschoss und im Erdgeschoss, wo zudem eine bis heute vollständig erhaltene Schmiedewerkstatt mit Esse eingerichtet wurde. In der Kopferschmetta stellte der letzte Kupferschmied Lorenz Schierscher bis 1933 Kupferpfannen und andere Artikel aus Kupfer her. Sein Bruder Viktor führte bis zur Schliessung der Kupferschmiede im Jahr 1950 noch kleinere Flickarbeiten aus. Die Kupferschmiede befindet sich im östlichen Teil der Liegenschaft, die 1971 durch Tausch an die Gemeinde Schaan überging. Beim 2003 / 2004 ausgeführten Um- und Anbau entstanden vier Mietwohnungen. Die einfühlsame Architektursprache verbindet Alt und Neu zu einem harmonischen Ganzen, das sich im äusseren Erscheinungsbild an der alten Gebäudesubstanz der Wohnteile samt Schmiede und der vormals angegliederten beiden Stallscheunen orientiert.

15 Alte Pfarrkirche St. Laurentius - Alemannischer Siedlungskern Specki

Die früheste Nennung der alten Pfarrkirche St. Laurentius ( « ecclesia Sancti Laurentii » ), deren Baugeschichte bis heute im Verborgenen liegt, erfolgte in einer päpstlichen Ablassurkunde aus dem Jahr 1300. Der romanische Turm, der als einziges Relikt der alten Kirche übrigblieb, weist jedoch auf einen älteren Bau hin. Der Turm dürfte im 12. Jahrhundert errichtet worden sein und stellt ein ungegliedertes, fünfgeschossiges, nahezu quadratisches Bauwerk dar. Im vierten Geschoss blicken zweigliedrige und im fünften dreigliedrige Schallöffnungen nach allen vier Seiten. Bei der 1970 durchgeführten Renovation des Turmes, der seit 1951 unter Denkmalschutz steht, verschwand der vermutlich barocke Aussenverputz mit aufgemalten Zifferblättern der einstigen Turmuhr unter einem modernen Bewurf. Da beim Abbruch der alten Kirche im Jahr 1900 die Grundmauern zerstört wurden, können mögliche Vorgängerbauten oder bauliche Veränderungen nicht mehr nachgewiesen werden.

Dennoch wird angenommen, dass sich an dieser Stelle schon früh eine Kirche für die gegen Ende des 6. Jahrhunderts eingewanderten und später christianisierten Alemannen befunden hatte. Bei Grabungen in der Specki zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde westlich des heutigen Friedhofs ein alemannisches Gräberfeld mit den typischen Beigaben wie Saxe, Armringe und Zierscheiben freigelegt. Sie lassen Rückschlüsse auf eine Siedlung der Alemannen in der Specki zu.

16 Römerstrasse

Schon seit der Steinzeit verbanden alte Handelswege die Menschen der verschiedenen Kulturen auch über die Alpen hinweg. Spätestens ab der Römerzeit ermöglichte ein gut ausgebautes Strassennetz einen florierenden Fernhandel. Eine Römerstrasse bestand in unserem Gebiet meist aus einem bis zu 10 Meter breiten, in der Mitte erhöhten Schotterpaket, das auf beiden Seiten von Strassengräben zur Wasseraufnahme begleitet war. Auch die karolingischen Könige des 8. bis 10. Jahrhunderts waren an den Passstrassen interessiert. Sie sicherten sich diese durch die direkte Kontrolle der Strassenstationen. Das erste Mal taucht daher der Name Schaan im churrätischen Reichgutsurbar aus der Zeit um 842 / 43 auf. In dieser Auflistung aller kaiserlichen Güter wird in « Scana » ein königlicher Hof ( « curtis dominica » ) zusammen mit einer Kirche ( möglicherweise St. Peter ), einer Mühle, einem Fronschiff und einer Taverne genannt.

Im Gebiet des heutigen Liechtenstein war das Fuhrwesen bis ins 19. Jahrhundert von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Der Warenverkehr war streng reglementiert. Die Wegstrecke wurde in Rodbezirke eingeteilt ( zum Beispiel von Feldkirch bis Schaan ). Nur Gemeindebürger durften innerhalb ihres Bezirks Waren transportieren ( Rod = der Reihe nach ). Nach jedem Streckenabschnitt stand eine Zuschg ( = Sust, Umladestation für Fuhrwerke und Lagerhaus für Handelswaren ), zum Beispiel im Bereich der heutigen Druckerei Gutenberg in Schaan oder beim Gasthof Löwen in Nendeln.

17 Bahnhof

1870 erteilten Landtag und Regierung der Vorarlberger Bahn die Konzession zum Betrieb der 18 Kilometer langen Bahnlinie von Feldkirch nach Buchs / SG. Liechtensteinische Bemühungen, die Strecke durch das ganze Land über Schaan und Vaduz nach Sargans zu führen, scheiterten an den bereits früher getroffenen Vereinbarungen zwischen der Schweiz und Österreich. Nach Abschluss der Arbeiten an der Bahntrasse und an den Bahnhofgebäuden in Nendeln und Schaan begann am 24. Oktober 1872 mit der Eröffnung der Linie das Eisenbahnzeitalter in Liechtenstein – vorerst mit dampfbetriebenen, ab 1926 mit elektrifizierten Zügen. Die Strecke – in der Mitte zwischen Wien und Paris gelegen – verband die Wirtschaftszentren der Donaumonarchie mit jenen der Schweiz und Frankreichs. In der Hochblüte des Eisenbahnverkehrs erlebte auch der Bahnhof Schaan-Vaduz als Schnellzugstation seinen Höhepunkt. Luxuszüge hielten im liechtensteinischen « Hauptbahnhof » und brachten manch hohen Besuch ins Land. Der Eisenbahnanschluss hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der bis dahin landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Schaan und des Landes. Er kann als Wegbereiter für den Fremdenverkehr und die Industrialisierung des 20. Jahrhunderts betrachtet werden. Der Rheineinbruch bei der Eisenbahnbrücke vom 27. September 1927 zog das Bahnhofareal stark in Mitleidenschaft und führte zu einem mehrwöchigen Unterbruch des Bahnbetriebs. Seit 1986, als die automatisch gesteuerten Schrankenanlagen in Betrieb genommen wurden, ist der Bahnhof unbesetzt.

18 Post

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Schaan noch keine Poststelle. Die damals spärlich aufkommenden Postsendungen wurden zur Hauptsache durch Boten über das Postamt Feldkirch vermittelt. Im Hinblick auf die Fertigstellung der Eisenbahnlinie Feldkirch-Buchs vereinbarten die Fürstliche Regierung und die kaiserliche und königliche Postdirektion in Innsbruck die Schaffung eines Postamts, das ab 15. Oktober 1872 den damals vorwiegend in der Landwirtschaft tätigen 980 Schaaner Einwohnern zur Verfügung stand. Bis Anfang der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts stand das liechtensteinische Postwesen unter der Verwaltung der österreichischen Postbehörden. Aber erst 1911 schloss das Land einen Staatsvertrag mit Österreich. Am 1. Februar 1921 übernahm die Schweiz die Besorgung des Post-, Telegraphenund Telefondienstes in Liechtenstein. Die Post in Schaan befand sich seit 1872 im Gasthaus « Zur Post » des damaligen Postwirts und ersten Postmeisters Josef Wachter. Das nur 29 Quadratmeter grosse Postlokal erwies sich mit der Zeit als ungenügend, weshalb der Landtag den Beschluss fasste, ein neues Postgebäude zu bauen. Dieses wurde am 30. Juli 1938 bezogen. Aufgrund der starken Zunahme des Postverkehrs entstand 1965 am heutigen Standort ein für die damalige Zeit grosszügiger Neubau, der Ende der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts erweitert und saniert wurde.

19 Theater

Das heutige Theatergebäude diente schon ursprünglich dem Jünglingsverein und später auch der Jungfrauenkongregation in Schaan als Vereinshaus, um Theater zu spielen. Es entstand in den Jahren 1913 / 1914 an prominenter Lage in der Nachbarschaft der Pfarrkirche St. Laurentius und des Pfarrhauses. Neben dem Theaterspielen war später auch das Turnen eine wichtige Vereinstätigkeit, die in diesem Haus ausgeübt wurde. Im Mehrzweckgebäude fanden öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen statt. In den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts erfüllte das Gebäude über längere Zeit die Funktion eines Notschulhauses. 1968 erwarb die Gemeinde das sanierungsbedürftige Haus und unterzog es einer umfassenden Renovation. Aus der sich entwickelnden Kleintheaterszene im Vereinshaus war das « Theater am Kirchplatz » entstanden. Die Gemeinde liess das Vereinshaus mit Unterstützung privater Kreise zu einem Kleintheater umgestalten. Der Theaterumbau des bekannten Zürcher Architekten Ernst Gisel wurde 1972 eingeweiht. Seither entwickelte sich das Theater am Kirchplatz, kurz TaK genannt, zu einer regional beachteten Kulturinstitution. Auf eine grössere Sanierung 1995 folgte knapp zehn Jahre später ein weiterer Um- und Erweiterungsbau des Theatergebäudes, das seit 2005 in seiner heutigen Form betrieben wird. 2011 erfolgte der Neuauftritt unter dem Namen TAK Theater Liechtenstein.

20 Pfarrkirche St. Laurentius

Die neue Pfarrkirche St. Laurentius steht 200 Meter südlich der abgebrochenen alten Kirche. Am 5. Oktober 1893 wurde das Werk des Wiener Architekten Gustav von Neumann, der in fürstlichen Diensten stand, eingeweiht. Kurz vor der Kirchenweihe erhielt der Turm ein Geläut mit vier Glocken, die auf die Tonfolge c-es-f-as abgestimmt sind. 1968 kamen zwei neue Glocken und 1970 die Auferstehungsglocke für den alten Kirchturm im nahegelegenen Friedhof dazu. Die neugotische Laurentius-Kirche dominiert mit ihrem 81 Meter hohen Turm die Ebene des Rheintals. Die für die damalige Zeit im Kirchenbau ungewohnte Natursteinfassade wurde in den Jahren 2003 bis 2005 umfassend saniert. Das Kircheninnere zeigt sich in der Form der grundlegenden Restaurierung und Umgestaltung von 1968 bis 1978. Die Heiligenfiguren stammen teilweise noch aus der alten Pfarrkirche. Schaan zählte zur Bauzeit der Pfarrkirche rund 1’000 Einwohner, die grösstenteils in ärmlichen Verhältnissen lebten. Das für 125’600 Gulden errichtete sakrale Bauwerk beanspruchte trotz Eigenleistungen und Fronarbeit mehr als das Vierfache der damaligen Steuereinnahmen. Ein Denkmal an der Westseite der Kirche erinnert an die grosszügige Zuwendung von Fürst Johann II., genannt « der Gute », der mehr als die Hälfte dieses Betrages spendete. Die Pfarrkirche St. Laurentius steht seit 2002 unter Denkmalschutz.

21 Rathaus - Ehemaliges Schulhaus

In Liechtenstein erfolgte die allgemeine Einführung der Schulpflicht 1805. Der älteste Hinweis auf eine schulische Tätigkeit in Schaan geht aus einer « Instruction » für den Schulvogt Rudolph Walser aus dem Jahr 1700 hervor. Im 18. Jahrhundert wurden die Kinder in Privathäusern an der Obergass und später an der Feldkircher Strasse unterrichtet. Um 1800 stand an der Schaaner Landstrasse ein « Kauff- und Schulhaus », das 1807 zu einem Schulhaus umgebaut wurde. 1838 fiel der Beschluss, einen Schulhausneubau zu erstellen. Die Bauarbeiten begannen 1844. Bereits 1846 war das für 7’519 Gulden erstellte Schulhaus bezugsbereit. Ab 1853 wurde die Schule nach Geschlechtern getrennt geführt. Die Mädchenschule betreuten ab 1854 Lehrschwestern aus Zams. Die Schulräume bestanden aus je einem Klassenzimmer für die Knaben- und die Mädchen- Oberschule, die Mittel- und die Unterstufe. Dazu kamen noch je eine Wohnung für den Lehrer und die Lehrschwestern. 1906 wurde die Wohnung im 3. Stock in Schulzimmer umgewandelt. Auf Grund der angestiegenen Schülerzahl entstand 1949 ein Anbau, mit dem das alte Schulhaus ostwärts erweitert wurde. Ende 1975 erfolgte die Übersiedlung der Schule in die neue Primarschule Resch. Heute sind im Gebäude die Gemeindeverwaltung und das « domus » untergebracht. Neben Kunstausstellungen werden im « domus » auch Wechselausstellungen zu aktuellen und historischen Themen präsentiert. Aktivitäten im 2010 eröffneten SAL, im überdachten Lindahof sowie auf dem gegenüberliegenden Lindahof beleben das Ortszentrum von Schaan zusätzlich.