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Geschichte

Aus dem Protokoll vom 6. November 1969 über die Sitzung des erweitertern Gemeinderates von Schaan ist zu entnehmen, dass schon „vor längerer Zeit ... über ein Ortsmuseum vor allem für alte landwirtschaftliche Geräte“ diskutiert wurde. „Für die Standortbestimmung des Ortsmuseums und die Ausarbeitung weiterer Details“ wählte der Gemeinderat daraufhin eine dreiköpfige Kommission, die mit Noldi Wanger, Augustin Hilty und Jakob Falk besetzt wurde. Im Informationsbulletin der Gemeinde vom November 1969 wurde auch folgender Text publiziert: „ ... Die Gemeinde ist sehr stark daran interessiert, ein solches Museum einzurichten und möchte auch die Bitte an die Einwohnerschaft von Schaan richten, alte Kulturgüter (aber auch Fotos etc.) der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, damit der gesamten Bevölkerung Gelegenheit gegeben wird, sich diese Sachen anzusehen. Bisher wurden vor allem ältere landwirtschaftliche Geräte gesammelt und aufbewahrt.“ Über die konkreten Ergebnisse dieses Aufrufs und die Tätigkeit der Kommission konnte noch nichts in Erfahrung gebracht werden. Es ist aber anzunehmen, dass ein Teil der heutigen Museumssammlung auf diese Initiative zurückgeht.

1977 wurde der Gedanke im Gemeinderat wieder aufgenommen. In den früheren Probelokalen der Schaaner Ortsvereine, im Untergeschoss des alten Schulhauses beziehungsweise der aktuellen Gemeindeverwaltung waren zwei Räume für das geplante Ortsmuseum reserviert worden. Im November 1978 bewilligte der Gemeinderat einen Kredit für den Umbau der Räume und veranlasste, dass die Sammlungsgegenstände während der Wintermonate von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung unter Aufsicht des damaligen Leiters des Liechtensteinischen Landesmuseums, Felix Marxer, restauriert wurden. Umbau und Ausstellungskonzept wurden von Architekt Hansjörg Hilti ausgeführt. Am 13. November 1982 konnte dann das erste Schaaner Dorfmuseum eröffnet werden. Zur Eröffnung erschien eine Broschüre als Museumsführer mit dem Titel „Vo dr alta und vo der neua Zit“, herausgegeben von der Liechtensteinischen Landesbank und von der Gemeinde Schaan. In den neuen Räumen wurde auch eine Multivisionsschau über die Gemeinde Schaan installiert, die mit finanzieller Unterstützung der Ivoclar AG von Walter Wachter realisiert wurde. Das Museum hatte jährlich zwischen zweihundert und vierhundert Besucherinnen und Besucher.

DoMuS – Museum und Galerie der Gemeinde Schaan 1998 bis 2011

Es sei nicht verschwiegen, dass das ganze Geschehen um die Neukonzeptierung und Neugestaltung von Museum und Galerie eine schwierige Geburt war. Schlussendlich fanden sich aber der Runde Tisch, der Gemeinderat und die beiden Damen Anita Grüneis und Dagmar Walser, welche mit der Erarbeitung eines Museums-, Ausstellung- und Betriebskonzeptes beauftragt wurden.

1992 beschloss die damalige Kulturkommission, sich mit der Neugestaltung und Aktivierung des Dorfmuseums auseinanderzusetzen. Die Grundideen dafür wurden an den Gemeinderat weitergeleitet, der 1994 in Zusammenhang mit der Renovation des Rathauses einen „Runden Tisch“ mit der Erarbeitung eines Konzeptes beauftragte, um das bestehende Ortsmuseum zu reaktivieren und attraktiver zu gestalten.

Die Jahre vergingen und wie es so geht, setzte das Museum gewissermassen etwas Staub an, wurde eigentlich seiner Bedeutung widersprechend, wenig besucht und neue Ideen reiften heran. Die von 1991 bis 1995 fungierende Kulturkommission setzte sich mit Gedanken auseinander, den Museumstrakt im Untergeschoss des Rathauses neu zu gestalten bzw. neu zu beleben, aber auch aktuelle Ausstellungen von Künstlerinnen und Künstlern durch Bereitstellen eines Ausstelungsraumes zu fördern. Im Dezember 1994, als die Renovation des Rathauses anstand, wurden die ersten entsprechenden Beschlüsse gefasst. Die Arbeiten wurden zunächst von der im Jahre 1985 neu erstellten Kerngruppe Kultur, Freizeit und Sport weiterentwickelt und verfeinert, mit Frau Veronika Marxer wurde eine Sachverständige mit der Ausarbeitung eines Museums-Nutzungskonzeptes beauftragt, es wurde ein runder Tisch „Museum und Galerie“ ins Leben gerufen, bei welchem die Mitglieder des Gemeinderates Ingrid Kaufmann-Sele und Herbert Frick mitwirkten, vor allem aber auch direkt betroffene Künstlerinnen und Künstler, wie historisch, versierte, interessierte und andere Menschen aus der Gemeinde etc.

1996 bewilligte der Gemeinderat das vorgelegte neue Konzept und stellte die notwendigen finanziellen Mittel dafür bereit. Das neue Konzept sah eine Verkleinerung des Museums mit gleichzeitiger Angliederung einer Kunstgalerie vor. Für die Leitung des Museums und der Galerie, welche gleichzeitig auch für das Gemeindearchiv zuständig ist, wurde eine Teilzeitstelle bei der Gemeindeverwaltung eingerichtet. Mit dem Aufbau des Museums und des Galeriebetriebes wurde Eva Pepić betraut. Als Museumsleitung stand ihr zu Beginn ein vom Gemeinderat bestelltes Gremium als Kommission zur Seite. Das neue Gemeindemuseum erhielt den Namen DoMuS (aus DorfMuseum Schaan) mit eigenem Logo. Die volle Bezeichnung lautete DoMuS – Museum und Galerie der Gemeinde Schaan. Am 18. Juni 1998 wurde der Galeriebetrieb aufgenommen, und die renovierten und neu ausgestatteten Räume des DoMuS konnten dem Publikum mit einer Ausstellung über die drei Schaaner Fotografen Adolf Buck, Peter Ospelt und Karl Steiger vorgestellt werden. Seit dieser Zeit können die Ausstellungen im Schaaner Rathaus zu regelmässigen Öffnungszeiten besucht werden. Der Miteinbezug einer Galerie in die Museumsräumlichkeiten verband hier in idealer Weise die beiden Aspekte „Kultur bewahren“ und „Kultur schaffen“ und sollte den Dialog zwischen Gestern und Heute als eines der Ziele des DoMuS unterstützen. Das Gemeindemuseum selbst wurde am 14. Dezember 2000 eröffnet. Anhand ausgewählter Themenschwerpunkte wurde die Geschichte der Gemeinde Schaan dargestellt. Mit Objekten aus der Museumssammlung und aus dem Gemeindearchiv, mit Ton- und Filmstationen sowie mit ausführlichen Information an einem Computer-Arbeitsplatz wurde die Ausstellung ergänzt und abwechslungsreich gestaltet. Im „Entrée“ des Museums wurden mit Wechselausstellungen einzelne Themen – wie Berufe, Bräuche, Dorfquartiere u.v.m. – vertieft vorgestellt werden. Daneben stand dieser Raum Schulen, Vereinen, Arbeitsgruppen und Privatpersonen zur Verfügung, um eine eigene Ausstellung zu gestalten. Hier befand sich auch eine kleine Handbibliothek, deren Bücher und Zeitschriften zum Verweilen im „Museumscafé“ einluden. Im Medienraum waren die Multivisionsschau über die Gemeinde Schaan oder Filme aus der Videothek des Museums zu sehen. Die Galerie zeigte mit sieben Ausstellungen pro Jahr ein möglichst breites Spektrum des aktuellen Kunstschaffens und gewährte den Künstlerinnen und Künstlern des Landes ein attraktives Forum. Zum Programm des DoMuS gehörten – neben der Betreuung und Erweiterung der bestehenden Museumssammlung – auch eine eigene Schriftenreihe zu Kultur und Brauchtum (bisher sind sieben Publikationen erschienen) sowie zusätzliche Veranstaltungen wie Lesungen und Buchpräsentationen.

In einem Flyer zur Eröffnung des DoMuS wurden die damaligen Ziele der Einrichtung folgendermassen aufgezeichnet: „Das Schaaner Gemeindemuseum mit der Galerie möchte ein Ort der Begegnung mit Zeiten und Menschen sein; ein Ort, den man gerne besucht, ob man nur eben schnell hereinschauen will, um sich in der Vergangenheit auszuruhen, um zu erzählen oder Erzählungen zu hören, ob man gezielt Informationen sucht, oder ob man eine neue Ausstellung ansehen möchte; ein Ort, mit und in dem man arbeiten kann; ein lebendiger Ort des Dialoges, an dem ältere Menschen ein Stück ihrer Biografie finden und jungen Menschen ihre Wurzeln bewusst gemacht werden.“

Am 18. Juni 2008 erfolgte die offizielle Übernahme des DoMuS-Betriebes durch die Abteilung Freizeit und Kultur der Gemeindeverwaltung.

Businessplan Dorfmuseum

Der Businessplan des Dorfmuseums steht in Form der MAS-Abschlussarbeit von Albert Eberle zum Download bereit.